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Ausgabe
FOCUS Ausgabe 51/2022
16.12.2022
Freitags ab 18 Uhr
Meldung

Vorsitzender der Bischofskonferenz Georg Bätzing für Waffenhilfe für die Ukraine/Massive Kritik an russisch-orthodoxer Kirche

Vorsitzender der Bischofskonferenz Georg Bätzing für Waffenhilfe für die Ukraine/Massive Kritik an russisch-orthodoxer Kirche

Für Georg Bätzing, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, gehören Waffenlieferungen „wohl oder übel“ zu einer christlichen Hilfe für die Ukraine. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS erklärte der 61jährige Bischof von Limburg, vor allem seien Solidarität, politische Unterstützung und „Verbundenheit im Gebet“ wichtig. Es müsse allerdings klar sein, dass „in Kriegszeiten“ auch Waffen notwendig seien. Man müsse, so Bätzing, allerdings auch jetzt schon „über den Frieden reden“. Deutschlands ranghöchster Katholik griff in dem Gespräch massiv die russisch-orthodoxe Kirche an. Deren Verantwortliche ließen sich, so Bätzing, „in die Propagandamaschine“ des russischen Regimes einspannen. Die Weihnachtsbotschaft, so Bätzing, sei ihm in diesem Jahr „so nah wie selten zuvor“. Die Not der Menschen in der Ukraine, die sich „im Krieg, den Putin angerichtet“ habe, auch gegen Kälten und Dunkelheit wappnen müssen, führe direkt in die „urweihnachtlichen Themen“ hinein. In einem Jahr, in dem „Menschenrechte mit Füßen getreten“ würden, sei etwa die verzweifelte Herbergssuche in Bethlehem besonders präsent. An Weihnachten gehe es um die „Freiheit der Menschen“. Deshalb sei es „dringend nötig“, dass wir Weihnachten feiern.

Die Kirche, erklärte Bätzing, stecke derzeit in einer „tiefen Glaubwürdigkeitskrise“. Das habe sie selbst „zum Großteil verschuldet“ – durch Skandal, insbesondere durch den „Missbrauch an Kindern und jungen Menschen“. Als gesellschaftlicher Faktor werde die Kirche „kleiner und demütiger“. Ihr Wort sei aber „weit über den Rand der Kirche hinaus“ noch gefragt.

Das große katholische Forum in Deutschland, der Synodale Weg, in dem über eine grundlegende Reform der katholischen Kirche debattiert wird, könne zwar, so Bätzing, die wichtigen Themen nicht entscheiden. Es entfalte aber „eine Drive“, der kein Zurück zulasse.