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FOCUS Ausgabe 21-2022
20.05.2022
Freitags ab 18 Uhr
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Deutsche halten Merz für kanzlertauglicher als Wüst und Günther

Deutsche halten Merz für kanzlertauglicher als Wüst und Günther

Berlin - Aus Sicht der Bevölkerung wäre CDU-Chef Friedrich Merz geeigneter die Union in den nächsten Bundestagswahlkampf zu führen als die CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günther und Hendrik Wüst. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für das Nachrichtenmagazin FOCUS (1008 Befragte am 17. und 18. Mai 2022). Demnach sehen 32 Prozent der Befragten Friedrich Merz am ehesten als geeignet an, die Kanzlerschaft anzustreben, gefolgt von 18 Prozent, die für NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst votieren und 16 Prozent, die sich für den Ministerpräsident von Schleswig Holstein, Daniel Günther, entscheiden. Unter den Wählern der Unionsparteien CDU und CSU ist das Votum noch eindeutiger: Sie halten zu 55 Prozent Merz, zu 22 Prozent Wüst und lediglich zu 11 Prozent Günther für kanzlertauglich.

Die Frage lautete: Welcher der folgenden drei CDU-Politiker wäre Ihrer Ansicht nach am ehesten geeignet, die Union in den nächsten Bundestagswahlkampf zu führen?

Über 340 Marder im Einsatz

Über 340 Marder im Einsatz

Berlin. Die Bundeswehr hat 343 Schützenpanzer vom Typ Marder, "die aktiv genutzt werden". Das ergibt sich aus einer nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Antwort des Verteidigungsministeriums an Bundestagsabgeordnete, die dem Nachrichtenmagazin FOCUS vorliegt. Hinzu kämen 62 nicht genutzte Marder, von denen 32 "bei Bedarf instandgesetzt" werden könnten.

Diese Zahlen verwundern den Militärexperten Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations: "Dass es bei der Bundeswehr noch disponierbare Bestände gibt, ist erstaunlich", sagt Gressel. Es sei traurig, dass das Verteidigungsministerium das erst auf Nachfrage von Abgeordneten einräumt.

Die Zahlen bringen erneut Bewegung in die Debatte um schwere Waffenlieferungen an die Ukraine, die gerne Marder aus Deutschland hätte. Thomas Röwekamp, Verteidigungspolitiker der Union: "Offensichtlich sind die Bekenntnisse zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine nur für die Galerie. Bei den der Ukraine zugesagten Geparden hake es seit Wochen, "bei den Mardern erleben wir jetzt ein Verwirrspiel um die Zahlen aus den Bundeswehrbeständen“, so Röwekamp. Hinzu komme die seit Wochen nicht erteilte Ausfuhrgenehmigung für Marder, die der Hersteller direkt liefern wolle. Röwekamp vermutet, dass die Regierung blockiert. "Wenn Deutschland wollte, könnten schwere Waffen zügig an die Ukraine geliefert werden."

Ähnlich sieht es die deutsche Grüne Viola von Cramon aus dem Europaparlament: "Die verwirrenden Zahlen zu den Mardern zeigen genau das, was wir vermuten: Schwere Waffenlieferungen an die Ukraine sind nicht gewollt.“ Der Gepard sei nur ein „Feigenblatt“. Der Bundesrepublik wirft von Cramon unsolidarisches Verhalten vor: "Wir sind auf EU-Ebene darauf angewiesen, dass alle Partner entsprechend ihrer Möglichkeiten liefern." Die Verantwortung trage Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Auf FOCUS-Anfrage stellt das Ministerium die Sache anders dar: Man habe 370 Marder im Bestand. Dazu gehörten auch welche," die zur Erhöhung der Verfügbarkeit genutzt werden". Bei der Antwort auf die Frage, ob es tatsächlich – wie gegenüber den Parlamentariern angegeben – über 30 Marder gebe, die "instandgesetzt" werden könnten, antwortet ein Sprecher: "Nein.“