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FOCUS Ausgabe 25-2019
14.06.2019
Freitags ab 18 Uhr
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Jeder fünfte Deutsche fliegt in den Sommerurlaub | 32 Prozent der Bundesbürger verreisen gar nicht

Berlin. Trotz der Diskussionen um die Reduktion des klimaschädlichen CO2 wird dieses Jahr ein Fünftel der Deutschen mit dem Flugzeug in den Sommerurlaub reisen. Das ergibt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid für das Nachrichtenmagazin FOCUS. Demnach werden 36 Prozent der Bundesbürger das Auto nehmen, 20 Prozent werden fliegen und sieben Prozent mit dem Zug fahren. 32 Prozent der Befragten gaben an, in diesem Jahr keinen Sommerurlaub zu machen. Wie FOCUS weiter schreibt, ist das Auto unter den Anhängern von AfD (51 Prozent) und Union (47 Prozent) das beliebteste Urlaubsverkehrsmittel. Fast jeder dritte Grünen-Wähler (31 Prozent) fährt mit dem Auto und damit mehr als SPD- (27 Prozent) und FDP-Anhänger (21 Prozent). Fast jeder zweite FDP-Wähler (46 Prozent) will mit dem Flugzeug verreisen, bei den Grünen sind es immerhin noch 18 Prozent. Dahinter folgen Wähler von SPD (14 Prozent), CDU/CSU (zwölf Prozent), AfD (neun Prozent) und Linkspartei (fünf Prozent). Für die Erhebung („Wie reisen Sie dieses Jahr in Ihren Sommerurlaub?“) befragte Kantar Emnid für FOCUS am 11. und 12. Juni 2019 insgesamt 1.015 Personen.

Neue Chefin des CDU-Wirtschaftsrats fordert klare Abgrenzung von Grünen | Hamker: „Nicht weiter anbiedern“/ „Kein Kohleausstieg vor 2038“

Berlin. Die neue Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrates, Astrid Hamker, fordert ihre Partei zu einer klaren Abgrenzung von den Grünen und zu einer harten Auseinandersetzung mit der Partei auf. Dem Nachrichtenmagazin FOCUS sagte Hamker: „Wir müssen Industrieland Nummer Eins in Europa bleiben. Das bleiben wir nur durch Wachstum und Innovation, nicht durch die teilweise technologiefeindlichen Tendenzen der Grünen.“ Anstatt sich an den politischen Gegner anzubiedern, müsse die Union berechtigte Klimaschutzziele mit wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Sicherheit verbinden, betonte Hamker. Gleichzeitig warnte die Chefin des Wirtschaftsrats die Union vor einem vorzeitigen Kohleausstieg vor 2038. "Ich kann die CDU nur davor warnen, wieder wie beim Ausstieg aus der Kernenergie eine Kurzschlussreaktion zu vollziehen. Wir haben als Ergebnis die höchsten Strompreise, aber klimapolitisch eine schlechtere Bilanz“, sagte Hamker dem FOCUS.

Eisenmann will mit Fridays for Future über Kohleausstieg diskutieren

Berlin. Mit Blick auf den Kohleausstieg ist die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zu einer Debatte mit den Aktivisten von Fridays for Future bereit. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS sagte Eisenmann: „Von der jungen Generation kann man nicht erwarten, dass sie genau sagen, wie ein Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 funktionieren soll. Das ist nicht ihre Aufgabe. Wir müssen mit ihnen diskutieren, warum wir bis 2038 aussteigen wollen und was die Gründe dafür sind. Dann fühlen sie sich ernst genommen. Und zugleich müssen wir schauen, ob es schneller geht. Wenn das möglich ist, bin ich dafür“, sagte Eisenmann. Die designierte CDU-Spitzenkandidatin für die baden-württembergische Landtagswahl 2021 glaubt, dass ihre Partei das Thema Klimaschutz unterschätzt hat. „Greta Thunberg und die anderen machen uns klar, dass wir zu langsam sind. Wir müssen Ökologie und Ökonomie schneller miteinander versöhnen. Die Frage ist, wie wir das sozial verträglich hinkriegen.“

Linnemann für mehr CDU-Werkstattgespräche und 3-Seiten-Wahlprogramm

Berlin. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, fordert die Parteiführung angesichts der schwachen Umfragewerte auf, künftig regelmäßig so genannte Werkstattgespräche zu veranstalten, um das Profil der Partei zu schärfen und Wähler zurückzugewinnen. Dem Nachrichtenmagazin FOCUS sagte Linnenmann, die Partei solle unter Führung der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer „alle sechs bis acht Wochen ein Werkstattgespräch geben, wie wir es zur Migrationspolitik abgehalten haben“. Alle wichtigen Themen sollten dabei nach und nach debattiert werden, darunter Umweltschutz, Digitalisierung, Verkehr, Wohnungsbau. Als Teilnehmer sieht er Fachpolitiker der Europa-, Bundes- und Landesebene wie auch Bürgermeister. Aus diesen Gesprächen müsse Kramp-Karrenbauer dann ein Wahlprogramm destillieren, sagte Linnemann dem FOCUS: „Nur drei Seiten lang, mit vielen Hauptsätzen. Da muss auf den Punkt gebracht drinstehen, was die CDU will, und was sie nicht will.“ Um den Unterschied zwischen CDU und Grünen deutlich zu machen, empfiehlt der Wirtschaftspolitiker, den Fokus auf einen Punkt zu richten, den er als schwache Stelle der Ökopartei ausmacht: Sie habe in der Klimapolitik vor allem die nationale Brille auf und setze zu stark auf Verbote. Deutschland stoße nur 2,3 Prozent des globalen menschengemachten Kohlendioxids aus. „Wir können den Klimawandel nicht allein aufhalten. Aber wir können Technologien entwickeln, die auch andere nutzen, um CO2 zu reduzieren“, sagte Linnemann.

Lufthansa-Beschäftigte droht dieses Jahr Nullrunde beim Lohn

Berlin. Für die Kabinenbeschäftigten der Lufthansa fällt dieses Jahr eine Lohnerhöhung voraussichtlich aus. Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS meldet, ist die Ursache für die drohende Nullrunde der schwere Konflikt zwischen der Fluglinie und der Gewerkschaft UFO. „Das Vorgehen der LH zielt darauf ab, dass eine Tariferhöhung für die Kabinenbeschäftigten in diesem Jahr ausfällt“, sagte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr dem FOCUS. „Dabei geht sie völlig skrupellos gegen die eigenen Mitarbeiter vor.“ Weil laut Lufthansa ein mit UFO vereinbartes Einsparziel um 38,5 Millionen Euro verfehlt wurde, könnten die Beschäftigten sogar indirekt draufzahlen. Die Airline fordert einen Ausgleich, was laut Flohr „einer Gehaltskürzung gleichkommen würde“. Lufthansa streitet der Gewerkschaft die Verhandlungsfähigkeit ab. Der Konzern vermutet, dass UFO zu wenig Mitglieder, zu wenig Geld und damit keine Durchsetzungskraft bei Tarifkonflikten hat. Dies ist Voraussetzung, damit eine Gewerkschaft Tarifverhandlungen führen kann. Lufthansa lehnt deshalb Gehaltsgespräche derzeit ab.

Unionspolitiker erklären Grüne zum neuen Hauptgegner | Blume: „Werden die Partei in harter Auseinandersetzung zwingen, Farbe zu bekennen“

Berlin. Angesichts des Umfragehöhenflugs sehen die Spitzen von CDU und CSU die Grünen als neuen Hauptgegner in der politischen Auseinandersetzung und kündigen einen harten Kurs gegen die Partei an. Dem Nachrichtenmagazin FOCUS sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, die Grünen stünden „für Enteignungen, für höhere Steuern, für Blockaden in der Migrationspolitik. Das ist das Gegenteil unserer Politik und dessen, was gut für Deutschland ist. Genau das werden wir entschieden herausstellen.“ Ziemiak warf den Grünen vor, sich „mit Floskeln“ in der politischen Mitte aufzustellen, aber in Bremen ein rot-rot-grünes Bündnis anzustreben. CSU-Generalsekretär Markus Blume kündigte im FOCUS an, die Union werde die Grünen „in einer sachlich harten Auseinandersetzung bei allen Themen zwingen, Farbe zu bekennen. Wir werden zeigen, dass wir die bessere, nämlich die funktionierende Klimaschutzpolitik machen.“ Außerdem werde die Union in der Auseinandersetzung mit den Grünen ihre Themenpalette verbreitern. „Bei wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen Themen sind die Grünen in der Realität ganz schwach“, sagte Blume dem FOCUS.

Betriebsräte kritisieren Verstöße gegen Arbeitszeiterfassung bei Deutscher Post

Berlin. Zusteller der Deutschen Post leisten in erheblichem Umfang unbezahlte Überstunden, um ihr tägliches Arbeitspensum zu schaffen. Dies berichteten Betriebsräte des Unternehmens dem Nachrichtenmagazin FOCUS. So würden Beschäftigte in Briefzustellzentren regelmäßig vor oder nach den offiziellen Dienstzeiten Sendungen verteilen, erklärten die Betriebsräte. Im Lübecker Briefzentrum registrierte ein Betriebsrat beispielsweise innerhalb einer Woche rund 900 Verstöße gegen den Grundsatz der korrekten Arbeitszeiterfassung. Als Grund für die unentgeltliche Mehrarbeit geben die Betriebsräte Pflichtgefühl der Beschäftigten und Angst vor Jobverlust an. Vielfach sei die Zahl der Sendungen so groß, dass sie unmöglich innerhalb eines normalen Arbeitstages zu bewältigen sei. Besonders Beschäftigte mit befristeten Verträgen würden in dieser Situation häufig länger arbeiten als erforderlich, um ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen. Dies setze wiederum ihre Kollegen unter Druck, kritisierten Betriebsräte gegenüber FOCUS. „Es reichen zwei oder drei Leute, die früher beginnen, damit ein Team von zehn Personen früher auf die Arbeit kommt“, sagte der thüringische Ver.di-Gewerkschaftssekretär Frank Günther dem FOCUS. Die Post wies die Vorwürfe zurück. Die örtlichen Teamleiter würden ausdrücklich dazu angehalten, zu kontrollieren, dass niemand außerhalb des Dienstes arbeite, sagte ein Sprecher dem FOCUS: „Insbesondere aus fürsorglichen Gründen im Sinne des Gesundheitsschutzes hat die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sowie der Vereinbarungen mit dem Sozialpartner im Hinblick auf die Arbeitszeit für die Deutsche Post eine wichtige Bedeutung.“