Exklusivmeldungen:

Ausgabe
Meldungen
Ausgabe
FOCUS Ausgabe 51-2018
14.12.2018
Freitags ab 18 Uhr
Meldungen

„Skateboarden stärkt die Selbstregulierung“ – Skateboard-Pionier Titus Dittmann fordert für ADHS-Kinder Skateboard-Kurse auf Rezept

Berlin. Skateboard-Pionier Eberhard „Titus“ Dittmann fordert, dass die deutschen Krankenkassen künftig Skateboard-Kurse für ADHS-Kinder bezahlen sollen. „Wir wollen eine Alternative zu Ritalin anbieten. Mein Ziel ist, dass die Krankenkasse für Kids mit ADHS Skateboardkurse auf Rezept bezahlt“, sagte Titus Dittmann in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus.

Aus diesem Grund hat der 70-jährige Begründer der deutschen Skateboard-Szene eine Studie am Institut für Sportwissenschaften der Uni Münster in Auftrag gegeben, die erste Hinweise darauf gibt, dass Kinder, die mit der Normierung in der Schule nicht klarkommen und weitgehend aus dem Gesellschaftssystem ausgeschlossen sind, durch das selbstbestimmte Skateboarden ihre Selbstregulierung stärken. „Skateboarden setzt Glückhormone frei und verhilft durch die Erfolge zur größeren Entspannung“, sagte Dittmann dem Focus. „Viele Kinder haben kein Aufmerksamkeitsdefizit, wenn sie intrinsisch motiviert sind.“

Kabinett Schröder plant Revival-Treffen

Berlin. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) plant zum 20-jährigen Jubiläum der ersten rot-grünen Bundesregierung ein Wiedersehen mit den damaligen Ministern und Staatssekretären. Wie das Nachrichtenmagazin Focus meldet, hat Schröder für den kommenden Montag (17. Dezember 2018) rund 30 ehemalige Weggefährten nach Berlin geladen.

Unter den Gästen sind der ehemalige Außenminister Joschka Fischer, der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily und der ehemalige Finanzminister Hans Eichel. Das Treffen soll in einem Restaurant im Stadtteil Kreuzberg stattfinden. Nicht eingeladen wurde der ehemalige Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine, der nach nur wenigen Monaten im Amt zurücktrat und heute für die Linkspartei im saarländischen Landtag sitzt.

Hälfte der Unionsanhänger möchte Merz als Bundesminister

Berlin. Eine Woche nach seiner gescheiterten Wahl zum Parteivorsitzenden der CDU wünscht sich die Hälfte der Unionsanhänger einen Platz für Friedrich Merz als Minister im Bundeskabinett. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid für Focus (1007 Befragte am 11. und 12. Dezember 2018). Demnach würden 49 Prozent der Anhänger von CDU und CSU Merz gerne im Bundeskabinett sehen, 38 Prozent hingegen nicht. Insgesamt befürworten 34 Prozent der Deutschen einen Platz für den ehemaligen CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden in der Bundesregierung.

Parlamentsgeschäftsführer beklagt „Klima der Angst“ in AfD-Fraktion

Berlin. In der AfD-Bundestagsfraktion gibt es größeren Unmut über den Führungsstil der Vorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland. Wie das Nachrichtenmagazin Focus schreibt, beklagt der Parlamentarische Geschäftsführer Hansjörg Müller in einem Brief an beide „ein Klima der Angst“ in der Fraktionsverwaltung. Es wolle kaum jemand mehr Entscheidungen treffen. „Diese Paralyse unserer Organisation sollte schnellstens beseitigt werden“, schreibt Müller laut Focus. Nötig sei eine Toleranzkultur.

Grund des Schreibens sind Unregelmäßigkeiten in den Fraktionsfinanzen. Bemängelt wird unter anderem fehlende Kontrolle. Müller wirft Weidel und Gauland in diesem Zusammenhang vor, überhastet reagiert und den Leiter der Fraktionsfinanzen, Frank Kral, entlassen zu haben.

Spahn fordert bis zur Europawahl neue Ideen der CDU-Spitze

Berlin. Bundesgesundheitsminister und CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn fordert die neue Parteiführung auf, rasch konkrete Konzepte und Positionen vorzulegen. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus sagte Spahn: „Wir müssen unterscheidbarer und wahrnehmbarer sein: als Partei der sozialen Marktwirtschaft, als Partei für Sicherheit und Ordnung, als Wertepartei.“ Spahn betonte, im Mai 2019 stünde die Europawahl an, „und da brauchen wir neue, konkrete Ideen. Also eine europäische Verteidigungsunion, ein europäisches Stanford für künstliche Intelligenz, free Interrail. Wir müssen Europa positiv erfahrbar machen.“ Das „Pathos der Vergangenheit“ reiche alleine nicht als Antwort für die Zukunft in Europa, sagte Spahn dem Focus.

Der CDU-Politiker forderte auch mehr Profil im Bündnis mit der SPD. „Wir müssen diese Stimmung jetzt aufnehmen und in der großen Koalition als Partei künftig für mehr Eigenständigkeit, Profil und offene Debatten kämpfen. Es ist ein hartes Stück Arbeit, die Enttäuschten in der CDU einzubinden. Angesichts des knappen Ergebnisses ist das der Anspruch der neuen Führung, denn nur so werden wir wieder gemeinsam stark.“ Spahn kündigte an, er werde den neuen CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak mit aller Kraft unterstützen: „Es ist doch gut, dass ein Vertreter der jungen Generation jetzt in der Führung der Partei Verantwortung trägt. Diesen Generationswechsel fordere ich seit Langem. Paul Ziemiak hat meine volle Unterstützung.“

MAD erhielt bereits 2016 Hinweise auf Bundeswehr-Schattenarmee

Berlin. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hatte nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus viel früher Hinweise auf eine Schattenarmee in der Bundeswehr als bisher bekannt. Demnach erhielt die Behörde bereits im Sommer 2016 ein Schreiben mit Hinweisen auf den in der Kritik stehenden Soldatenverein Uniter. Focus liegt das Schreiben vor. In dem einseitigen Brief heißt es, es gebe „Verdachtsmomente hinsichtlich Waffenschmuggels“ bei Uniter-Mitgliedern sowie fragwürdige Geschäfte mit einem deutschen Versicherungsunternehmen. Ausdrücklich wird dabei der Elitesoldat André S. genannt. Der damalige Hauptfeldwebel soll 2016 „federführend“ bei Uniter tätig gewesen sein. S. war zu dem Zeitpunkt Soldat der Bundeswehr-Spezialeinheit KSK.

Wie Focus weiter berichtet, wird in dem Schreiben der „geistige Zustand“ von S. als „zweifelhaft“ bezeichnet. Außerdem wird der Verdacht geäußert, Uniter-Mitglieder würden mit ihrer Vereinsarbeit die „wahren Absichten“ des Vereins verschleiern. Nach Aussagen eines MAD-Oberstleutnants beim Wehrdisziplinaranwalt, die Focus vorliegt, hatte der MAD allerdings erstmals am 13. Juni 2017 Kontakt zu André S., also fast ein Jahr nach Eingang des Schreibens. Gegen den Oberstleutnant hat die Staatsanwaltschaft Köln Anklage wegen Geheimnisverrates erhoben. Ein MAD-Sprecher erklärte auf Anfrage, das Schreiben „liegt hier nicht vor“. Allerdings kann es zu einem früheren Zeitpunkt vorgelegen haben.

Grüne verlangen Errichtung einer nationalen Gasreserve – Krischer: „Auch bei längeren Kälteperioden genügend Gas vorhalten“

Berlin. Die Grünen fordern eine nationale Gasreserve, um neuen Gasengpässen vorzubeugen. „Auch bei längeren Kälteperioden gegen Ende des Winters muss genügend Gas vorgehalten werden“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer dem Nachrichtenmagazin Focus. Bislang gibt es eine solche nationale Reserve nur für Öl.

Krischer kritisiert im Focus, es sei falsch und teuer, die Gasspeicher nur nach Markt- und nicht nach Versorgungsaspekten zu füllen. Im Frühjahr sei aus den Speichern viel Gas nach England verkauft worden, „weil dort die Preise nach oben geschossen sind. Das Gas fehlte dann auf den letzten Winter-Metern in Deutschland.“ Die Bundesregierung bestätigte auf Anfrage der Grünen, dass die Betreiber gegen Ende des Winters Gas zukaufen mussten. Die Kosten dafür hätten „deutlich über den üblichen Marktpreisen“ gelegen. Aktuell sind die Gasspeicher wie im Vorjahr zu gut 80 Prozent gefüllt.

Spahn hält Kompromiss zu Paragraf 219 für tragfähig – „Werbeverbot muss bleiben“

Berlin. Im Streit um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das vorgelegte Eckpunktepapier mehrerer Minister der großen Koalition für eine gute Arbeitsgrundlage, um ein entsprechendes Gesetz vorlegen zu können. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus sagte Spahn: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir einen tragfähigen Kompromiss gefunden haben. Wir werden damit dem berechtigen Anliegen der Frauen in dieser schwierigen Situation gerecht. Sie sollen wissen können, welcher Arzt ihnen weiterhilft.“

Spahn betonte zugleich, dass „Abtreibungen kein x-beliebiger Eingriff sind. Das Werbeverbot muss bleiben.“ Der Gesundheitsminister sagte dem Focus, die Bundesregierung werde „genau definieren, welche Informationen der Arzt geben darf“. Außerdem soll die Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung und Bundesärztekammer beauftragt werden, eine Liste mit Ärzten und Krankenhäusern zu veröffentlichen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. „Wir wollen es den betroffenen Frauen nicht schwerer machen. Denn die haben es schon schwer genug in dieser Konfliktsituation“, sagte Spahn dem Focus.

Seehofer verzichtet auf Disziplinarverfahren gegen Maaßen

Berlin. Gegen den ehemaligen Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, wird kein Disziplinarverfahren eröffnet. Das meldet das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf ein Schreiben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an die Mitglieder des Innenausschusses. Darin heißt es wörtlich: „Im Ergebnis kommt die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Herrn Dr. Maaßen nach seinem Eintritt in den einstweiligen Ruhestand in entsprechender Anwendung des § 17 Absatz 2 BDG aus Rechtsgründen nicht in Betracht.“

Hintergrund ist eine Rede Maaßens am 18. Oktober in Warschau, in der er unter anderem Teile der Bundesregierung scharf kritisierte. Das Bundesministerium habe aufgrund der Rede „eine umfassende disziplinarrechtliche Würdigung dieses Vorgangs durchgeführt. Diese Prüfung ist zwischenzeitlich abgeschlossen“, schreibt Seehofer.