Exklusivmeldungen:

Ausgabe
Meldungen
Ausgabe
FOCUS Ausgabe 48-2020
20.11.2020
Freitags ab 18 Uhr
Meldungen

Deutsche sähen lieber Spahn als Kanzlerkandidat anstelle von Laschet

Berlin - Wenn es sich die Deutschen aussuchen dürfen, würden sie die Tandemlösung zwischen Armin Laschet und Jens Spahn umdrehen: Bislang bewirbt sich NRW-Ministerpräsident Lascht um das Amt des CDU-Vorsitzes und damit auch um die Kanzlerkandidatur. Befragt nach Ihrer Priorität sähen die Bundesbürger aber eher Jens Spahn in der Position des Kanzlerkandidaten als Armin Laschet: Während in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Kantar für FOCUS (1015 Befragte vom 13.-17.11.2020) lediglich 25 Prozent für Armin Laschet als Kanzlerkandidat votieren, sind es immerhin 35 Prozent für Jens Spahn.

Kishore Mahbubani: Europa sollte sich nach Ostasien orientieren

Berlin. Der Asienexperte und renommierte Buchautor Kishore Mahbubani hat die Europäer angesichts des neuen asiatischen Freihandelsabkommen zu einem Blickwechsel aufgefordert. Sie sollten sich sehr sorgfältig die Implikationen der Vereinbarung von 15 asiatischen Staaten einschließlich Chinas überlegen und sich künftig mehr auf ihre Verbindungen nach Ostasien als auf ihren transatlantischen Beziehungen konzentrieren. „Das Gravitätszentrum der Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert wird in Ostasien liegen. Das neue Abkommen hat dies soeben bestätigt“, betonte der frühere Diplomat, der heute an der University of Singapore lehrt, in einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin FOCUS. Aus Ostasien komme die nächste Phase des wirtschaftlichen Wachstums, so Mahbubani. Der Umfang von Chinas Gütermarkt sei innerhalb der vergangenen zehn Jahre auf das Dreifache seines Wertes gestiegen. Dazu kämen die dynamischen jungen Bevölkerungen der ASEAN-Staaten. Nur durch diesen Zusammenschluss der südostasiatischen Staaten sei im übrigen die Freihandelsazone, mit 2,2, Milliarden Menschen nun die größte der Welt, zustande gekommen. Die EU nehme ASEAN nicht besonders ernst, aber: „Die Stärke von ASEAN liegt in ihrer Schwäche.“ Weil die Organisation niemanden bedrohe, vertrauten ihr alle großen Player in Asien.

Mobilität in Deutschland nimmt seit Teil-Lockdown ab

Berlin. Die Bundesbürger haben ihr Bewegungsverhalten seit Beginn des zweiten Lockdowns eingeschränkt. Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf Mobilitätsdaten von Google berichtet, ging die Zahl der Aufenthalte an Bahnhöfen und Haltestellen Mitte November um 28 Prozent zum Vormonat zurück. Auch Einkaufszentren und Cafés (minus 28 Prozent) sowie Arbeitsstätten (minus 17 Prozent) wurden seltener besucht. Parkbesuche nahmen dagegen um 11 Prozent zu. Wie FOCUS weiter schreibt, fällt der Einbruch insgesamt deutlich geringer aus als im März. Damals sank allein die Mobilität im öffentlichen Verkehr laut Standortdaten von Google um 68 Prozent. Seit dem 2. November sind Kultureinrichtungen, Restaurants und Fitnessstudios in Deutschland pandemiebedingt erneut geschlossen. Bund und Länder wollen am kommenden Mittwoch über eine Verlängerung der Maßnahmen entscheiden.

Kabarettist Nuhr: „Ich bin für Radikale eine gute Projektionsfläche“ Der Ratinger Kabarettist Dieter Nuhr wehrt sich gegen Diffamierungen

Berlin. Dieter Nuhr will sich auch in Zukunft gegen seine Kritiker in den sozialen Netzwerken öffentlich zu Wehr setzen. „Wenn mir vorgeworfen wird, rechts, Corona- oder Klima-Leugner zu sein, muss ich mich wehren. Da wird ja gezielt versucht, durch Diffamierung meine künstlerische Existenz zu vernichten. Das kann ich nicht einfach hinnehmen. In den sozialen Netzwerken meint heute jeder, dass er entscheiden dürfe, wer noch mitreden darf – und wer nicht. Das ist völlig inakzeptabel!“, sagte der 60-jährige Kabarettist in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Nach Ansicht des Kabarettisten würde in den sozialen Medien nicht mehr argumentiert, sondern etikettiert werden, und würden Argumente fast vollständig durch Diffamierungen ersetzt. „In der Anonymität verhalten sich Menschen grundsätzlich inhuman. Dort hat sich erst der Umgangston verschärft – und in der Folge radikalisieren sich die Ansichten“, sagte der vielfach mit Comedy-Preisen dekorierte Ratinger. Offenbar gebe er für Radikale eine gute Projektionsfläche ab. So sei er etwa schon als Anti-Europäer, Coronaleugner, Wissenschaftsfeind und Verschwörungstheoretiker beschimpft worden. „Das alles ist völlig absurd und jeweils das Gegenteil von dem, was ich wirklich bin“, sagte Nuhr dem FOCUS und konstatiert: „Meine Aufgabe als Kabarettist sehe ich darin, alles infrage zu stellen, was von Bedeutung ist, und auf den Wahrheitsgehalt hin abzuklopfen. Das mache ich bei rechten Ideologen genauso wie bei linken.“ Erst vergangene Woche hatte es im Internet zum wiederholten Mal einen Shitstorm gegen Dieter Nuhr gegeben. Diesmal war ihm nach einer Kabarettnummer über das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ in seiner ARD-Sendung „Nuhr im Ersten“ Rassismus vorgeworfen worden.