Exklusivmeldungen:

Ausgabe
Meldungen
Ausgabe
FOCUS Ausgabe 13-2017
24.03.2017
Freitags ab 18 Uhr
Meldungen

Ben Becker und Tom Schilling im Interview: Deutschland nach Wiedervereinigung noch immer geteilt?

Berlin. Deutschland sei fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch geteilt, meinen Ben Becker und Tom Schilling. Die beiden sind die Stars des Dreiteilers „Der gleiche Himmel“, der ab 27. März im ZDF läuft. Ben Becker sagte im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus: „Mir fällt auf, dass ich immer noch sagen kann, der ist Ossi, der nicht.“ Tom Schilling bestätigte, er kenne in seinem Freundeskreis nur rein ost- oder rein westdeutsche Partnerschaften: „Das ist schon auffällig. Ich hatte auch nie eine westdeutsche Freundin.“

Zudem kritisieren beide im Focus-Interview, dass das ZDF aus der sechsteilig konzipierten Serie einen Dreiteiler gemacht habe, indem je zwei 45-minütige Folgen zu einer zusammengefasst wurden. Becker: „Unser öffentlich-rechtliches Fernsehen kann sich nicht darauf einstellen, dass sich die Sehgewohnheiten geändert haben.“ Schilling: „Der Cliffhanger taucht jetzt in der Mitte der Filme auf. Da geht einiges verloren.“

Umfrage: Deutsche mehrheitlich für Abitur nach 13 Schuljahren

Berlin. Die Deutschen sind mehrheitlich dafür, dass Schüler das Abitur nach 13 Jahren ablegen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid.

Demnach sind 66 Prozent der Bundesbürger für ein Abitur nach 13 Schuljahren, 28 Prozent sind dafür, dass das Abitur bereits nach 12 Schuljahren abgelegt werden kann. In den ostdeutschen Bundesländern sind die Bürger zu 65 Prozent für ein Abitur nach 12 Jahren, zu 31 Prozent für einen Schulabschluss nach 13 Jahren.

Hintergrund: Emnid befragte am 21.und 22. März 2017 insgesamt 1009 Personen. Die Fragestellung lautete: „Wie ist Ihre Ansicht: Sollten Schüler in Deutschland nach 12 Jahren oder nach 13 Jahren Schulzeit Abitur machen?“ Antwortmöglichkeiten: „nach 12 Jahren“, „nach 13 Jahren“, „weiß nicht, keine Angabe“.

Lufthansa prüft Abschaffung des 4-Augen-Prinzips im Cockpit

Berlin. Zwei Jahre ist es her, dass der psychisch kranke Co-Pilot Andreas Lubitz seinen Kollegen und Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings mit insgesamt 150 Menschen gegen einen Berg gesteuert hat. Damals waren sich Airlines, Politiker und Sicherheitsbehörden schnell einig: Mit einem 4-Augen-Prinzip im Cockpit hätte sich die Katastrophe mit großer Wahrscheinlichkeit verhindern lassen. Seither folgten fast alle Airlines in Europa der Empfehlung, wonach ein Flugbegleiter das Cockpit betritt, sobald es einer der beiden Piloten verlässt. So könnte der Flugbegleiter bei Gefahr die Cockpit-Tür von innen öffnen und den zweiten Piloten hereinlassen.

Lufthansa stellt das 4-Augen-Prinzip nun laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus infrage. Es werde „aktuell geprüft und bewertet“, erklärt die Airline gegenüber Focus, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Piloten der Lufthansa-Gruppe (unter anderem Swiss, Austrian Airlines, Eurowings) berichten Focus jedoch, dass Stewardessen und Stewards bereits ab Mai wieder aus den Cockpits verbannt werden sollen.

Laut Focus überprüfen derzeit ebenfalls Air Berlin, Condor und TUIfly die Regel, Germania und Ryanair dagegen wollen am 4-Augen-Prinzip festhalten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sieht die Regelung mittlerweile skeptisch, berichtet Focus: Die Tür zum Cockpit bleibe durch den Personalwechsel zu lange offen, was Terroristen ein Eindringen erleichtere. Nur in seltenen Fällen wie beim Germanwings-Absturz biete die Anwesenheit von zwei Personen wirklich etwas mehr Sicherheit.

Die Flugbegleiterorganisation UFO bewertet in dem Focus-Bericht die 4-Augen-Regel heute als „reine Show-Veranstaltung“, die vor zwei Jahren eingeführt wurde, „um die Öffentlichkeit zu beruhigen“. Es habe keine ernsthaften Versuche bei Airlines gegeben, das Kabinenpersonal für neue Aufgaben im Cockpit zu schulen – ganz zu schweigen von Notlandemanövern oder Kämpfen um die Türverriegelung mit ausgerasteten Piloten. UFO bezweifelt auch, dass Flugbegleiter im Cockpit überhaupt Piloten daran hindern könnten, Maschinen abstürzen zu lassen. In den USA hingegen schreibt die mächtige Luftfahrtbehörde FAA das 4-Augen-Prinzip seit Langem vor. Die Einwände der Europäer hält man für „nicht nachvollziehbar“, so Focus.

SPD-Manager-Kreis sieht Schwächen im Gesetzesentwurf der Partei zur Manager-Vergütung

Berlin. Der Managerkreis der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung will die Bezüge von Top-Kräften in Unternehmen stärker beschränken als der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz.

In einem Impulspapier, das dem Nachrichtenmagazin Focus vorliegt, fordern der frühere Bahn-Aufsichtsrat Christoph Dänzer-Vanotti, der ehemalige Arbeitsdirektor des Unternehmens, Horst Föhr, und der Zentralabteilungsleiter im Familienministerium, Heiko Geue, die Vergütungen von Top-Verdienern steuerlich nur noch begrenzt abzusetzen. Dabei weisen die Autoren darauf hin, dass bei der Gesetzesformulierung „dem Gleichbehandlungsgrundsatz Rechnung getragen“ werden müsse. Eine deutliche Kritik an den SPD-Plänen, denn die Vorlage der Partei sieht die steuerliche Begrenzung bisher nur bei Vorständen von Aktiengesellschaften vor, nicht aber etwa bei Sparkassen-Chefs oder Spitzenverdienern unterhalb des Vorstands in einer AG.

Dänzer-Vanotti: „Die SPD ist gut beraten, alle Führungskräfte gleich zu behandeln. Alles andere wäre verfassungswidrig.“ Zudem will der Managerkreis Bonuszahlungen neu regeln und gesellschaftliche Verantwortung berücksichtigen.