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FOCUS Ausgabe 39-2017
22.09.2017
Freitags ab 18 Uhr
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Oettinger fordert von nächster Bundesregierung Unterstützung Macrons

Berlin. Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Grundsatzrede des französischen Präsidenten Emmanuell Macron zur Zukunft der EU erhöht die EU-Kommission den Druck auf Deutschland. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus forderte EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger, die neue Bundesregierung müsse Macron in seinen Reformvorhaben unterstützen. „Macron hat die Wahlen zum Präsidenten und zur französischen Nationalversammlung mit einem Bekenntnis zur Stärkung der EU gewonnen. Die EU-Kommission will diese Unterstützung aus Paris aufgreifen und baut auf eine vergleichbare Unterstützung aus Berlin nach der Bundestagswahl.“ Dies sei „Auftrag und Verpflichtung“, betonte Oettinger gegenüber Focus.

Wolfgang Joop hat genug vom Fashion-Zirkus – „Von der Fashion-Sucht loszukommen ist sehr, sehr schwer“

Berlin. Der Modedesigner Wolfgang Joop hat sich von seiner Marke „Wunderkind“ getrennt, weil er genug hat vom „sich endlos drehenden Karussell“ der Fashion-Welt. „Ich kam im Februar von meiner letzten Show in Mailand wieder und hatte das Gefühl ‚Nun reicht es wirklich’“, sagte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus. „Von der Fashion-Sucht loszukommen ist sehr, sehr schwer, weil du immer denkst: Das nächste Mal hält die Euphorie länger an“, erklärte der Designer. „Doch die Wirkung lässt immer schneller nach. Mir hat Angst gemacht, nicht Abschied nehmen zu können, sondern mittendrin hinzuknallen. Das wollte ich nicht.“

Sein neues Label „Looks“ will Joop nicht bei herkömmlichen Schauen zeigen, sondern nur zu „speziellen Anlässen außerhalb der gewohnten Fashion-Karawane.“ Mit Geldproblemen habe dieser Schritt aber nichts zu tun: „Ich bin überhaupt nicht geldgierig“, sagte Joop im Focus-Interview. „Wenn der Kontostand abnimmt, beunruhigt mich das kurzfristig, aber ich weiß, ich werde mich an diesen Zustand anpassen.“ Überhaupt könne er gut mit Geld umgehen, weil er die Magie des Geldes nicht verstehe: „Spekulieren, auf Zinsen warten oder auf eine Aktie, die steigt oder fällt, ist mir in meinem Leben noch nicht eingefallen.“

Bill Kaulitz ist stolz auf Angela Merkel

Berlin. Tokio Hotel-Sänger Bill Kaulitz macht es stolz, dass Deutschland von einer Frau regiert wird. „In Amerika schauen viele Demokraten im Moment nach Deutschland und sagen: Sie ist auch unsere Präsidentin. Mich macht es stolz, in einem Land zu leben, das eine Frau als Kanzlerin hat“, sagte Kaulitz dem Nachrichtenmagazin Focus.

Unternehmer Carsten Maschmeyer sagte dem Magazin: „Ich wünsche mir, dass Sigmar Gabriel Außenminister bleibt.“ Der Unternehmer Michael Mronz, der mit Ex-Außenminister Guido Westerwelle verheiratet war, bilanziert: „Deutschland hat aktuell Flüchtlinge in einer Größenordnung von rund einem Prozent der Bevölkerungszahl aufgenommen. So etwas geht auch in vielen anderen Ländern Europas, wenn der Wille zu einer fairen Lastenteilung da ist.“

Filmproduzent Nico Hofmann blickt nach vorn: „Soziale Gerechtigkeit wird das große Thema werden. ich möchte hier keine amerikanischen Verhältnisse – und wäre deshalb bereit, Solidarabschläge in meiner Gehaltsklasse zu zahlen.“ Die Schauspielerin Palina Rojinski dachte bei ihrer ersten Bundestagswahl an ihre Großmutter: „Ich habe im Wahllokal an meine Omi gedacht, die in der Sowjetunion nie so frei wählen durfte wie ich.“

Umfrage: Bundesbürger unterstützen Macrons Forderung nach Euro-Finanzminister – CDU- und FDP-Wähler mehrheitlich dagegen

Berlin. Die Forderung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach Einführung eines Euro-Finanzministers stößt bei den Bundesbürgern mehrheitlich auf Zuspruch. In einer von Kantar Emnid durchgeführten Umfrage für das Nachrichtenmagazin Focus erklärten 44 Prozent, sie stimmten dem Anliegen, einen gemeinsamen Finanzminister für die 19 Eurozonen-Mitglieder zu installieren, zu. 39 Prozent sprachen sich dagegen aus, 17 Prozent zeigten sich unentschieden.

Die meisten Unterstützer hat die Idee bei Anhängern des linken Parteienspektrums, den Grünen (64 Prozent), der Partei Die Linke (62 Prozent) und der SPD (58 Prozent). Auch äußern sich Deutsche aus dem Osten deutlich positiver (53 Prozent Ja-Stimmen) als die im Westen (42 Prozent) zu dem Reformvorschlag.

Bei den CDU-Sympathisanten lehnen mehr Macrons Forderung ab (47 Prozent) als ihr zustimmen (46 Prozent), ebenso wie bei der FDP (41 Prozent ja, 49 Prozent nein). Wenig punkten kann der Franzose bei EU-skeptischen AfD-Wählern: Nur elf Prozent befürworten einen Euro-Finanzminister als weiteren Schritt zur Integration, eine überwältigende Mehrheit von 68 Prozent lehnt ihn ab.

Hintergrund: Kantar Emnid befragte am 19. und 20. September 2017 insgesamt 1003 Personen. Die Fragestellung lautete: „Der französische Präsident Emmanuel Macron möchte die EU und die Euro-Zone reformieren. Stimmen Sie seiner Forderung nach einem gemeinsamen europäischen Finanzminister für die Euro-Zone zu oder nicht zu?“ Antwortmöglichkeiten: „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „weiß nicht, keine Angabe“.

Air-Berlin-Kunden haben beim Ticketkauf keine Geld-zurück-Garantie mehr – Insolvente Fluglinie schaltet Bezahldienst Paypal ab

Berlin. Kunden der insolventen Fluglinie Air Berlin, die ihr Ticket direkt über das Internet buchen, können im Fall von Flugannullierungen nicht mehr auf Erstattung der Kosten hoffen. Wie das Nachrichtenmagazin Focus meldet, sind Buchungen mit dem Bezahldienst Paypal bei Air Berlin nicht mehr möglich. Die Fluglinie hat diese Option abgeschaltet.

Paypal bietet einen speziellen Käuferschutz: Wer über den Bezahldienst etwas kauft, bekommt bei Nicht-Leistung des Vertragspartners sein Geld zurück. Der Finanzdienst bestätigte gegenüber Focus, „dass Paypal auf der Website von Air Berlin nicht mehr als Bezahlmethode zur Verfügung steht“. Wer jedoch bereits früher ein Ticket von Air Berlin direkt mit Paypal bezahlt habe, könne weiterhin im Streitfall einen Antrag auf Käuferschutz stellen. Damit bleibt aktuell als sichere Buchungsmethode bei Air Berlin noch der Umweg über einen Reiseveranstalter.

Terrorverdächtiger Al-Bakr fügte sich Stunden vor Suizid Schnitte am Handgelenk zu – Personal bemerkte Selbstverletzung nicht

Berlin. Wenige Stunden vor seinem Suizid in der Justizvollzugsanstalt Leipzig (JVA) am 12. Oktober 2016 fügte sich der mutmaßliche Terrorist Dschaber al-Bakr mehrere Schnittwunden am linken Handgelenk zu. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf die Ergebnisse der Obduktion am Leipziger Institut für Rechtsmedizin.

So fanden die Sachverständigen mehrere „Probierschnitte“ auf einer Fläche von 3 × 1,5 Zentimetern. Al-Bakr müsse sie sich „etwa zwei bis acht Stunden“ vor seinem Tod durch Erhängen beigebracht haben, so das Fazit der Experten. Unklar ist, welches Werkzeug der 22-jährige Syrer benutzte und warum die JVA-Bediensteten die Selbstverletzung trotz regelmäßiger Kontrollen nicht bemerkten. Wäre dies geschehen, hätte man die Sicherheitsmaßnahmen verstärken und den späteren Suizid möglicherweise verhindern können.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig, die den Vorfall bislang nicht veröffentlichte, hat die Ermittlungen zu dem Fall abgeschlossen und sieht keine strafrechtliche Verantwortung beim JVA-Personal. Al-Bakr war 2016 verhaftet worden. Er soll einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen geplant haben.

Ifo-Chef Fuest fordert strengere Euro-Schuldenregeln – Maastricht-Defizitkriterium soll von drei Prozent auf 0,5 Prozent sinken

Berlin. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, verlangt angesichts weiter steigender Verschuldung in den Euro-Staaten eine Reform der Schuldenregeln. Dem Nachrichtenmagazin Focus sagte Fuest, das zulässige Defizitziel solle deutlich sinken. „Das Maastricht-Kriterium von drei Prozent Neuverschuldung ist zu hoch. Am besten wäre eine Grenze für das strukturelle Defizit von 0,5 Prozent“, sagte Fuest gegenüber Focus. Auf dieses Ziel hätten sich die Euroländer bereits 2012 im Fiskalpakt geeinigt. Zur Begründung für den Reformvorstoß sagte Fuest, früher hätten die durchschnittlichen Wachstumsraten der Volkswirtschaften der Eurostaaten bei drei Prozent gelegen. Heute seien es nur noch ein bis zwei Prozent. Eine Absenkung der Defizitgrenze „unter drei Prozent ist daher angebracht“.

AfD kommt laut Prognose auf bis zu 14 Prozent bei Bundestagswahl – INSA: SPD könnte unter 20 Prozent rutschen

Berlin. Die AfD wird laut einer Wahlprognose bei der Bundestagswahl in jedem Fall ein zweistelliges Ergebnis erzielen. Wie das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf eine Prognose des Umfrageinstituts INSA meldet, wird die rechte Partei auf elf bis 14 Prozent kommen. Der SPD drohen dagegen deutliche Verluste. Das Wahlergebnis der Sozialdemokraten wird von den Demoskopen auf 19 bis 22 Prozent geschätzt.

Wie Focus weiter schreibt, kommen CDU/CSU demnach auf ein Wahlergebnis zwischen 33 und 36 Prozent. Die FDP wird laut INSA im Bereich zwischen neun und zwölf Prozent liegen, genauso wie die Linkspartei. Schwächste Fraktion im 19. Deutschen Bundestag dürften die Grünen mit einem prognostizierten Ergebnis von sechs bis neun Prozent werden.

Seit der letzten Bundestagswahl hat das Meinungsforschungsinstitut INSA über 200 Mal bundesweit die Sonntagsfrage erhoben. In der Wahlprognose für Focus, in die nach eigenen Angaben auch Social-Media-Auswertungen und Expertenmeinungen einflossen, nennt INSA einen Drei-Prozent-Korridor, in dem die Erfurter Meinungsforscher die einzelnen Parteien bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 sehen.